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Weihnachtscollie
Heimlichkeit liegt in der Luft und ein süßer Mandelduft.
Der Mond erleuchtet düstre Tann’, einsam stapft der Weihnachtsmann.
Der Schlitten plagt ihn heute sehr! Der große Sack macht ihn so schwer.
Jedoch Knecht Ruprecht lächelt weise, die Augen blitzen jung dem Greise-
dies Jahr hat er sich ausgedacht, was ihm wohl selbst viel Freude macht.
Die Engel - oben - wundern sich: Der Sack, er ist sehr
zappelich!
Der Weihnachtsmann lenkt seinen Schritt auf eine Lichtung in der
Mitt’.
Hier macht er Rast im Mondenschein, setzt sich hernieder auf ´nen
Stein.
Schelmisch, doch mit weiser Ruh´, geht er auf den Sacke zu,
löst mit klammer Hand den Knoten und man sieht zwei kleine Pfoten.
Der Ruprecht aber lockt und ruft... Ein Schnäuzchen wittert Winterluft!
Dann schaut ein ganzes Hundekind so ringsherum im
frostgen Wind.
Und schließlich springt es aus den Leinen und landet sicher auf den
Beinen.
Kaum putzt das Kleine seine Schnauz’, guckt schon ein zweites oben raus!
Und schließlich landen peu – a - peu, viele Hündchen dort im Schnee.
Die Engel können es kaum fassen: Die Hundekinder aller Rassen!
Und Engel Michel ruft von oben: He Ruprecht, sag’, was soll das Toben?
Der Weihnachtsmann schaut zu dem Knaben: Die Erklärung sollst du haben!
Ich wünsche, dass die Menschensleut’, ein
jeder einen Hund betreut.
Verbessern werden sie sich nur, und mehr beachten die Natur.
Unrat, Müll und Seinesgleichen, werden aus den Wäldern weichen.
Die Hundepfot’ erleidet Pein, tritt sie sich
eine Scherbe ein.
Der Mensch wird lernen wirklich bald, denn Schmutz gehört nicht in den
Wald.
Der Michel lacht laut in die Nacht: Das hast du dir fein ausgedacht!
Und Ruprecht ruft nach frohem Spiel: Nun in den Sack, wir haben ein Ziel,
die Reise dauert wohl noch Stunden, den halben Erdball müssen wir noch
runden!
Und eifrig, wie sie raus gekommen, hat man den Schlittenrand erklommen.
Und nach den letzten Flitze-Runden, sind in dem Sack sie dann
verschwunden.
Allein, der Ruprecht hat es nicht gesehn, ein
Hündchen, das blieb abseits stehn.
Im Schatten hinter großen Eichen, möcht’ er den Sack gar nicht erreichen.
Zu schön war hier das Raufen, das Hündchen möchte noch mehr laufen.
Im Mondlicht glitzert funkelnd hell das wunderschöne Colliefell.
Er hat den wärmsten Mantel hier und kennt deswegen kein Gefrier.
Die lange Nase hebt er keck und schließlich läuft er einfach weg!
Der Weihnachtsmann hat’s nicht gesehn und wird
in eine andre Richtung gehn.
Ganz winzig sieht man ihn in Ferne. Dann ist er weg. Nur Licht der Sterne.
Das Hündchen wagt sich aus dem Strauch und putzt sich seinen kleinen
Bauch.
Dann hüpft es wie ein kleines Reh und freut sich über soviel Schnee.
Schon zupft es an nem
Ästchen munter, drauf fällt die weiße Pracht herunter.
Der Collie kriegt erst einen Schreck, dann schüttelt er die Flocken weg.
Und weiter jagt er einen Fink, jedoch ist der wie er so flink.
Dann bellt er wie ein großer Hund, hinauf zum hellen Mondesrund.
Doch dann, dann fällt ihm nichts mehr ein, er will nun in den Sack hinein,
Ganz fremd vor kommt ihm nun der Wald, er merkt auch, es ist bitter kalt.
Der kleine Pelz, er wärmt nicht mehr, die Beinchen zittern hin und her.
Und plötzlich fängt er an zu wein, er merkt, er ist hier ganz allein.
Wer soll ihn nach Hause bringen? Alleine wird’s ihm nicht gelingen.
Er senkt die Nase, sucht die Spur! Wie ging das bloß? Wie war das nur?
Angst kann manchmal lähmend sein, Er legt sich nieder und schläft ein.
Der kleine Fink erkennt die Not, schlafen ist der
sich’re Tod.
Doch für die Hilfe fällt nichts ein, er ist ja selber noch so klein!
So verlässt er still den Ort und fliegt in and’rer
Richtung fort.
Nun fängt es langsam an zu schnein und Flocken
hüll’n den Collie ein...
Der Ruprecht geht derweil umher und macht den Sack nun völlig leer.
Ein jeder Mensch bekommt die Gaben, die Ruprecht zu ihm hingetragen.
Bis schließlich ist im Sack nichts mehr und Ruprecht freut sich wirklich
sehr.
Das Fest war anders dieses Jahr, doch besser war es, so für wahr!
Dann macht er müde und auch spät, sich wieder auf den
Heimwärtsweg.
Im Schnee zieht er den Schlittenbügel, da sieht er plötzlich einen Hügel
aus Schnee so glitzert er ganz fein, direkt vor seinen Ruhestein!
Mit kalter Hand fegt er ganz schnell und stößt an kaltes Hundefell.
Er hebt den kleinen Körper auf und setzt ihn auf den Schlitten drauf.
So schnell noch seine Beine sind, fährt er den Schlitten heim geschwind.
Zu Hause heizt er tüchtig ein, der Kleine muss zu wärmen sein!
Und siehe da, so mit der Zeit, regt sich der kleine Collie-Leib!
Die Rettung kam in größter Not, sonst wär der
Kleine sicher tot.
Und nach der ersten Leckerei, bewegt das Hündchen sich ganz frei.
Jedoch, so grübelt Ruprecht nun: Was soll ich mit dem Wesen tun?
Die Menschen sind nun grad versorgt, doch wo lebst du, an welchem Ort?
Da ruft der Michel von dort oben: Ruprecht, ich muss dich mal loben.
Und du bist auch im Jahr allein - dein Gefährt soll Collie sein!
In seinem dichten pelz’gen Kragen, kann er die
Kälte gut ertragen!
So kam es über viele Jahr’, das Collie bei Knecht Ruprecht war.
Dort lernt er Güte, Frömmigkeit und List, so wie der Collie heut’ noch
ist.
Jedoch wird es kein Collie wagen, alleine und in dunklen Tagen,
und schon gar nicht freudig gern selbständig ziehen in die Fern.
Gelernt hat er aus der Geschicht, dass
Häuslichkeit am Schönsten ist.
Den Seinen folgt er so genau, egal ob Herrchen oder Frau,
von einem zu dem andern Ort. So sind Collies - drauf das Wort!
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